Lehre

SoSe 2003 Universität Tübingen

Filmische Konstruktionen von Männlichkeit(en)

Der kritische Durchgang der Gender-Theorien durch die Wissensarchive, Bildspeicher und kulturellen Produktionen westlicher Kulturen zeitigt das Ergebnis, daß diese gemäß einer männlich-zentrierten Matrix organisiert sind. Sobald sich der Blick aber der bislang unangetasteten, da hierdurch gerade ausgeblendeten Kategorie von Männlichkeit zuwendet, wird folgendes deutlich: Männlichkeit selbst stellt eine weit weniger einheitliche Kategorie dar, als die sie sich zunächst präsentiert. Vielmehr handelt es sich um ein normatives Konzept, das jedoch in der Vielzahl kultureller Felder unterschiedlich umgesetzt wird.

Im Seminar werden wir untersuchen, welchen Mustern und Gesetzen der aktuelle Film zur Erzeugung von Männlichkeitsentwürfen folgt. Dabei wird ersichtlich, auf welche Weise er mit diesem normativen Konzept umgeht und wie filmische Einlösungsmöglichkeiten entstehen. Wir werden aber zugleich sehen, wie Spielräume für filmische Problematisierungen erzeugt und genutzt werden, um auf die Spannung zu antworten, die gerade zwischen dieser Norm und den konkreten Individuen existiert. Dies erfolgt anhand der Filme A Beautiful Mind (Ron Howard, USA 2001), Black Hawk Down (Ridley Scott, USA 2001), Fight Club (David Fincher, USA 1999), Full Monty (Peter Cattaneo, GB 1997), Lost Highway (David Lynch, USA 1997), Memento (Christopher Nolan, USA 2000), Pi (Darren Aronofsky, USA 1996), Solaris (Steven Soderbergh, USA 2002), Snatch: Pigs and Diamonds (Guy Ritchie, USA 2000).