Text in online-magazine, reprint, peer reviewed

Juli 2011 In “You are not welcome here”. Of post-apartheid negrophobia, and real aliens in Blomkamp’s District 9 (gemeinsam mit Henriette Gunkel). In: darkmatter. in the ruins of imperial culture, No. 6, January/February 2010 (reprint as article in general issue 7, July 2011, peer reviewed) erläutern wir, warum District 9 eine aussergewöhnliche, aufrichtige Kritik an der postkolonialen Gesellschaft Südafrikas darstellt. Dies aber zum hohen Preis, insbesondere Afrikaner aus anderen afrikanischen Staaten (Nigerianer) als blinden Fleck zu behandeln. Wir demonstrieren zudem, dass D9, der von den einen als grandioser Vertreter des New African Cinema interpretiert, von anderen als “just another racist movie” abqualifiziert wird, gerade deshalb weltweit so erfolgreich ist, weil er Dichotomien wie “real” - “fiktiv”, “dokumentarisch” - “fiktional”, Identität-Differenz konstruktiv aufbricht und sich zudem keinem Genre eindeutig zuordnen lässt.

When District 9 (D9) was released in August 2009, the film was an immediate box office hit in several countries. This was much to the surprise of critics, reviewers and bloggers, who seemed astonished by the fact that a science fiction film with this impact could originate from South Africa. Internet forum discussions and an E-Symposium emerged as a response to the film, which continues to be the subject of controversial discussion. While many celebrate the film in relation to the ‘generic’ genre of Science Fiction as a promising representative of a thriving African Cinema, others reject the film on the basis of its socio-political message, as yet another racist movie about Africa – with reference to the depiction of both ‘the Nigerians’ and the aliens. In this article, we would like to move beyond a crudely metaphorical reading of representation (‘the aliens stand for X in reality’), and explore the degree to which the film foregrounds its own mediality. This focus moves us beyond a polarizing position that immediately rejects the film as racist, and allows us to engage with a complex and original text unlike so many other films that take ‘Africa’ as their subject.

Buch (Herausgeberin, Autorin)

Frühjahr 2012 ‘What Can A Body Do?’ - Praktiken und Figurationen des Körpers in den Kulturwissenschaften. Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag

Lehre WS 2011/12

HS und student’s conference: Radikal, sexy und aktuell? - Die Geschichte des Feminismus

Der Feminismus als Konzept und Theorie scheint einerseits heutzutage veraltet und desavouiert, gleichzeitig scheint er institutionell verankert und abgesichert zu sein - vom Gender Mainstreaming in den Universitäten bis hin zur “großen Politik”, wo die “Errungenschaften” der Emanzipation vor allem gegen nicht-westliche Länder ins Spiel gebracht werden. Auf der anderen Seite lässt sich eine immense Leerstelle im Wissen über die Geschichte und die Bedeutung des Feminismus mit seiner Vielfältigkeit und seinen Heterogenitäten feststellen. Das Seminar will daher der facettenreichen Geschichte des Feminismus vor allem seit der so genannten zweiten Welle bis heute nachspüren, die Entwicklung feministischer Theorien beleuchten und ihre Aktualität für gesellschaftliche wie auch akademische Fragestellungen ausloten.

Den Abschluss des Seminars wird eine Konferenz bilden. Deshalb werden wir im Seminar gemeinsam die Inhalte für diese Konferenz erarbeiten und konzipieren. Teil der gemeinsamen Arbeit wird es zudem sein, die Organisation der Konferenz zu besprechen und zu planen. Ziel ist, vorbereitete Inhalte in Form von Vorträgen, Papern und Postern der Öffentlichkeit, vor allem auch anderen Studierenden, vorzustellen. Darüber hinaus wird die Möglichkeit bestehen, aufgeworfene Fragen und Thesen mit einer eingeladenen Gästin zu diskutieren.

Das Seminar umfasst neben gewöhnlichen Semesterwochensitzungen zwei Blockveranstaltungen in der Mitte und am Ende des Semesters.

Lehre WS 2011/12

HS: Digitale Ästhetik?

Digitalität hat kein Wesen. Unleugbar besitzt das Digitale aber eine technische Phänomenologie. Ohne Sinnstiftung und Theoriebildung ist uns dieses Technische an der Digitalität jedoch unzugänglich. Umgekehrt ist das Sprechen über Digitalität vom Technischen vielfältig durchzogen. Digitalität konstituiert sich unaufhörlich materiell-semiotisch in der historischen Zeit. Da Digitalität technisch sowie epistemologisch in intimer Nähe zum Computer angesiedelt ist, lässt sie sich zudem als Medium definieren. Als solches ist sie aber mittlerweile universal in unserer Welt gegeben und eben deshalb nicht einfach zu definieren.
Im Kurs wollen wir speziell Zugänge zu Wissensarten von der Digitalität finden, die diese als ästhetisches Phänomen zu definieren versuchen. Genauer, wir befassen uns mit – mittlerweile historisierbaren – Debatten zur „digitalen Ästhetik“. Dazu zählen die Konzepte zur Informationsästhetik (Wiener, Nake) sowie zumso genannten digitalen Schein, von der Simulation möglicher Welten (Flusser, Baudrillard, Welsch, Vattimo, Krämer). Dazu zählen zudem medienwissenschaftliche Diskussionen, die die Ästhetik der Digitalität mittels Mediendifferenz bestimmen und sich dabei an den Oppositionen alte Medien – neues Medium, analog – digital abarbeiten (Böhnke, Wardrip-Fruin, Lunenfeld, Mitchell). Des Weiteren untersuchen wir Ansätze, die aus dem vermeintlich einzigartigen Charakter der Digitalität typische ästhetische Konzepte ableiten, wie das Morphing, das Sampling bspw. (Manovich, Cubitt, Bergermann, Sobchak).

Lehre WS 2011/12

Übung: Die Lust am Verrat - social networks und Affekt

Social networks im Internet mobilisieren Menschen weltweit. Dort scheint gemeinschaftliches Erleben unter Unbekannten garantiert, sogar über das Netz hinaus in „der Realität“. Das Internet wälzt um, wie wir mit einander umgehen, kommunizieren. Übers Internet konstituiert sich zudem Identität spezifisch. Millionen Menschen geben dort tagtäglich preis, was sie denken, fühlen, was sie gerne tun, wie sie aussehen, wen sie lieben. Oder aber, was sie nicht mögen, wen sie hassen. Dies alles ungeniert und für andere User zugänglich, die wir unsere Freunde nennen oder Feinde. Das Offenherzige macht uns angreifbar. Meist können wir Ausmaß und Inhalt der Informationen nicht kontrollieren. In den networks zirkulieren sie nahezu frei, ob nun wahr oder erfunden. Verleumdung und Verrat grassieren so stark, dass sich sogar Jugendliche aus Scham und Verzweiflung umbringen. Eine Diagnose von social networks, die dafür die Schuld im„Internet“ sucht, greift in medienanalytischer Hinsicht natürlich zu kurz. Wir befassen uns in der Übung einmal speziell mit den Kommunikations- und Repräsentationsapekten des Verrats in social networks anhand von Beispielen. Wir überlegen dabei, was das Medium als Medium charakterisiert, dass Menschen gerade hierüber verraten und welche Strategien hierzu zählen. Wir untersuchen weiters mit medienwissenschaftlichen Werkzeugen, warum sich Menschen von Aussagen, Bildern im Internet besonders in ihrem „realen“ Leben so drastisch beeinflussen lassen. Warum kann man hierbei keine klare Trennung zwischen virtueller Welt im Netz und Alltagsrealität jenseits des Computermonitors ziehen? Welches Verhältnis haben wir zum Netz im doppelten Sinn? Warum nur ist es uns ein solches Vergnügen, andere gerade im Netz zu verraten? Und kann man den Verrat verraten?

Lehre SoSe 2011

Vorlesung: Introductory Lecture North American History

Lehre SoSe 2011

HS: ‘Being Foreign in the Master’s House’ - Black und Chicana Feminisms in den USA in den 1970ern

In den 1970er Jahren kam eine neue Dynamik in einige Bewegungen in den USA, wie die Bürgerrechtsbewegung, die Antikriegsbewegung, die Ökobewegung und auch die Frauenbewegung. Insbesondere diese bekam neuen Aufschwung sowohl bezüglich des politischen Aktivismus als auch hinsichtlich der theoretischen Reflektion - was heute mit der 2. Welle des Feminismus bezeichnet wird.
Die Bezeichnung als Welle erfasst aber begrifflich nicht umfassend die Auseinandersetzungen um Gender und Race, wie sie sich durch das Aufkommen des black feminism und chicana feminism ausdrückte.

Diese Auseinandersetzungen erschöpften sich keineswegs ausschließlich in der Kritik am sogenannten weißen Feminismus, sondern sollten als Versuch verstanden werden, die politischen Bestrebungen und individuellen Erfahrungen von schwarzen Frauen und Frauen hispanischer Herkunft in den USA in spezifischer politischer Organisation und Theoriebildung sowie spezifischem politischem Aktivismus zu formieren und ihnen Ausdruck zu verleihen.
Man spricht in der Literatur auch von einer “interstitional politics” dieser besonderen Ausdrucksform, die sich zwischen den Zielen und Programmen des Civil Rights Movement und des Women’s Movement herausbildete.
Von einer einheitlichen Bewegung kann dabei in beiden Fällen aber keine Rede sein, insofern sich über die weiteren Differenzierungsmerkmale verschiedener sozialer Herkunft, aber auch von Religion sowie von sexueller Orientierung eine komplexe Matrix ergab, die beinahe zwangsläufig auch Unvereinbarkeiten der verschiedenen Richtungen und Positionen innerhalb der Bewegungen erzeugte.
Wir wollen uns im Seminar diesem komplexen Thema der Bewegung des black feminism und chicana feminism annähern, indem wir verschiedene Positionen innerhalb der Bewegungen untersuchen, um Gemeinsamkeiten, aber auch grundlegende Differenzen herauszuarbeiten. Dazu werden wir mit Quellen bspw. von der Third World Women’s Alliance, der National Alliance of Black Feminists und dem Combahee River Collective arbeiten. Wir werden uns Texte, Pamphlete, Reden, aber auch Gedichte von zentralen Vertreterinnen der Bewegungen ansehen, wie bspw. von Barbara Smith, Angela Davies, Michelle Wallace, Audre Lorde, Cherríe Anzaldúa, Ton Morrison, Lorraine Bethel und bell hooks. Um aber einen umfassenderen Überblick über das Phänomen zu bekommen, werden wir zudem einen Blick in andere Quellen werfen: einmal populäre Zeitschriften, wie Black Scholar und Ebony, aber auch TV-Serien, wie bspw. That’s My Mama, Maude, Good Times und Blaxploitation-Filme, wie bspw. die Cleopatra Jones-Reihe, um zu sehen, mit welchen soziokulturellen Widerständen, Stereotypen, Vorurteilen, aber auch Elementen des Empowerments aus den eigenen communities heraus sowie in der breiteren Kultur diese feministischen Bewegungen in den 1970er Jahren konfrontiert waren.